Vegetation

Großräumig gesehen zählt Sibirien und somit auch der Baikal  zum Florenreich der Holarktis und zur borealen Florenregion der Taiga. Die zirkumpolare boreale Region ist gekennzeichnet durch immer- bzw. sommergrüne Nadelwälder. Es handelt sich dabei um das kalt-gemäßigte Zonobiom mit langen,  kalten Wintern und kurzen, kühlen Sommern. In diesem kontinentalen Klima  beträgt die Vegetationsperiode nur 3-4 Monate. Die meist geschlossenen Wälder werden polarwärts immer lichter. Die Nordgrenze zur Tundra  wird erreicht, wenn die kalten Jahreszeiten von mehr als 8 Monaten auftreten.
Im nördlichen Asien ist im Hinblick auf das Klima eine zunehmende Kontinentalität  von West nach Ost zu beobachten, mit einem Extrem in Ostsibirien. Dort stockt ein großer Teil der Nadelwälder auf Permafrostböden, die in  tieferen Schichten ganzjährig gefroren sind. Die oberen Schichten tauen  im Sommer auf und ermöglichen somit Waldwuchs. Weite Teile sind dann mit  Sümpfen und Mooren bedeckt (Sumpf-Taiga).
Im westlichen Teil der borealen Nadelwaldzone Asiens herrscht Picea abies (Fichte) vor, die nur auf nährstoffarmen und trockenen Habitaten von der Waldkiefer (P. sylvestris) ergänzt oder verdrängt wird (Dunkle Taiga). Am Baikalsee wird die Fichte (Picea abies) Picea obovata abgelöst. In Gebieten mit höheren  Niederschlägen kommt die Sibirische Kiefer (Pinus sibirica) vor. Große  Flächen werden von Lärchenwäldern bedeckt. Im feuchten Chamar-Daban-Gebirge  werden die Wälder von der Tanne (Abies sibirica), Fichte (Picea obovata)  und der Sibirischen Kiefer (Pinus sibirica) bestimmt. Im trockeneren Sajan-Gebirge  dominieren Lärchen (Larix dauurica), Waldkiefern (Pinus sibirica) und Sibirische Kiefern (Pinus sibirica) die Wälder. Eine grobe Verbreitung der unterschiedlichen  Vegetationstypen in der Baikalsee-Region zeigt die Karte aus dem Baikal-Atlas (1993). Bei diesem Maßstab sind die kleinräumlichen Unterschiede  nicht darstellbar. Allgemein kann man auch sagen, dass das Baikalgebiet die Grenze zwischen europäischen und asiatischen Arten darstellt. Im Gebirge ist  die vertikale Vegetationsgliederung von großer Bedeutung. Die Vegetationsstufen  der Gebirge unterscheiden sich nach Exposition, Windexposition, Böden, Niederschlagshöhen und Temperaturverteilung.

Höchenstufen

Unterstufen

I. Steppe

1. Gebirgssteppe

II. Waldsteppe

2. Kiefern-Waldsteppe (Pinus sylvestris), im Vorgebirge 3. Lärchen-Gebirgssteppe (Larix sibirica)

III. Wald

4. Taiga-Kleinblatt-Kiefern-Grasreich (P. sylvestris, Betula platyphylla, Populus tremula) 5. Dunkler Nadelwald, Tannen-Kedr-Wald (Abies sibirica, Pinus sibirica) 6. Dunkler Nadelwald, Kedr mit Lärche (P. sibirica mit L. sibirica) 7. Lärchenwald, Gebirgstaiga (Larix sibirica, L. gmelinii)

IV. Hochgebirge

8. Sub-Felsenstufe mit Sträuchern (Pinus pumila =nicht im  Sajan, Betula rotundifolia, Juniperus pdeudosabina, Salix lanata, Spiraea  alpina) 9. Tundra-Felsenstufe (Dryas oxyodonta, Carex rupestris, Minuartia  arctica, Saussurea schanginiana, Cetraria cucullata) 10. Subalpine Stufe  (Kobresia myosuroides) 11. Alpine Stufe (Anthoxantum alpinum, Viola altaica, Polygonum bistorta)

 

Landschaften im Bilde

Steppe im Bargusintal

Steppe auf Olchon

Edelweiß

Ephedra monosperma

Zwerg-Lilie Lilium pumila

Salzsee im Bargusintal

Jungfernkraniche in der Steppe im Tunka-Tal

Ziesel

Wanderdüne auf Olchon

Kiefernwald am Baikalufer

Birkensekundärwald mit Rhododendron daurica

Lärchenwald

Bergwald

Bergbach im Chamar-Daban

Taiga im nördliche Baikalgebiet

Lärchenwald im nördlichen Baikalgebiet

Seidelbast als Laubwaldrelikt im Chamar-Daban

Gebirgstundra auf Svjatoi Nos

Sajan-Gebirge

Sajan-Gebirge

Viola altaica

Hochmoorsee

Sonnentau und Blumenbinse

Niedermoorsee

Niedermoor

Moorwiese

Moorwiese im Sarma-Delta

Die Steppen sind im Baikalsee-Gebiet nur inselhaft an in der Regel südlichen Berghängen, in Bergkesseln oder an Hängen in Flußtälern verbreitet. Erst südlich von Ulan-Ude in Richtung Mongolei werden die Steppenflächen größer. Solche Steppeninseln sind in den Gebirgstälern des Sajan-Gebirges  und Altai verbreitet. Aufgrund ihrer guten Qualität als Nutztierweide werden  die Steppen fast überall genutzt. Eine unbeinflußte Vegetationszusammensetzung ist nur an nicht nutzbaren Standorten kleinräumig erhalten geblieben. In  der sowjetischen Zeit wurden auch große Steppenareale zu Ackerflächen umgebrochen, wie z.B. im Angara-Tal und in Ust-Ordinsk. Teile der Ackerflächen  sind nach der Perestroika brachgefallen und werden erst langsam wieder in Weiden  umgewandelt, wie man es schön auf der Fahrt von Irkutsk durch Ust-Ordinsk  nach Elanzi entlang der Straße sehen kann.

 

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