Klima

Das Klima des Baikal ist insofern besonders, da es vom typischen, ostsibirischen,  kontinentalen Klima abweicht. Die große Wasserfläche inmitten dieser riesigen  Landmasse führt zu einem abgemilderten Klima. Obwohl beispielsweise die Distanz zwischen Irkutsk und dem Baikal (Listvjanka Bucht) nur 70 km beträgt, ist die  mittlere Temperatur im Dezember in Irkutsk - 17,8°C und in der Listvjanka Bucht -15 bis -20°C. Im Juli dagegen ist die Durchschnittstemperatur in Irkutsk 17,8  °C und am Baikal 15 °C. Im Vergleich zur Umgebung ist der Winter am Baikal also  milder und der Sommer kälter. Die Durchschnittstemperatur in Irkutsk beträgt  im Januar und Februar -17,5 bis -20,2 °C und im August +15,2°C. Der Baikal friert  gewöhnlich von Januar bis März komplett zu. Beginnend von Nordosten friert der See Anfang Dezember zu, bevor er Mitte Januar eine geschlossene Eisdecke bildet. Das Eis kann 70-115 cm Mächtigkeit erreichen. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt in der Mitte und im Norden des Baikal bei 200-350 mm und im Süden bei  500-900 mm (Quelle: N. Wein 2001). In Irkutsk fallen im Jahresdurchschnitt 471 mm Niederschlag.

Gleichzeitig ist das Wetter aber sowohl im Sommer wie auch im Winter durch eine hohe Anzahl an Sonnentagen gekennzeichnet (ca. 2500 Stunden). Das ist mehr  als am Schwarzen Meer (2000 Stunden), das als die Sonnenbank Russlands angesehen wird. Das Wetter am Baikal aber durch seine Unbeständigkeit gekennzeichnet.  Starker Nebel, viel Wind und Niederschläge können sich in kurzen Abständen abwechseln. Zu erwähnen sind auch die regionalen klimatischen Unterschiede. Die Westküste  ist wärmer und hat weniger Niederschläge. Von Norden nach Süden nehmen die mittleren  Jahrestemperaturen zu (3°C höher im Süden als im Norden), die frostfreie Zeit ist im Durchschnitt kürzer, dafür aber die Niederschläge im Süden deutlich höher als im Norden. Eine weitere Besonderheit stellen die Winde am Baikal dar. Dies spiegelt sich auch in der großen Anzahl an Namensgebungen wieder. Oft sind die Winde mit dem Namen der lokalen Region verbunden. "Gorny" zum Beispiel ist der stärkste Wind, der sehr gefährlich für die Schifffahrt ist. Dieser Wind kann  zeitweilig höhe Stärke und eine Geschwindigkeit von mehr als 40 m/s erreichen. Plötzlichkeit, Hinterhältigkeit, Unvorhersagbarkeit in Kraft und Stärke sind die Charakteristika dieses Windes. "Shelonnik" dagegen ist ein weit verbreiteter Wind im südlichen Teil des Baikal. Aus der Mongolei über das Chamar-Daban-Gebirge kommend bringt er klares Tauwetter. Die bekanntesten Winde aber sind "Bargusin",  "Kultuk" und "Sarma". Sie kommen schnell und heftig aus den gleichnamigen Flusstälern und verbreiten große Turbulenzen auf dem Baikal.

 

 

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