Irkutsk

Irkutsk wurde nach seiner Lage an der Mündung des Flusses Irkut in die Angara  benannt. Mit rund 596.000 Einwohnern ist es die größte Stadt am Baikalsee (Stand 1999). Die Stadtfläche umfasst 30.637 ha (1997). Etwa 90% der Bevölkerung sind Russen. Daneben wohnen Ukrainer, Burjaten, Tataren und andere Volksgruppe in der Stadt. Die mittlere Lebenserwartung beträgt bei Frauen 68,7 Jahre und bei  Männern 54,4 Jahre. Irkutsk ist als Hauptstadt der Irkutsker Oblast ein wichtiges  administratives Zentrum, große Unternehmen haben hier ihren Verwaltungssitz. Als kultureles und wissenschaftliches Zentrum befinden sich hier mehrere Theater,  Museen, Universitäten, im Akademgorodok (Wissenschaftsstadtteil 1954 gegründet und als sibirische Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften) sind große Forschungsinstitute angesiedelt (Volkov, S.N. 2001: Vokrug Baikala. Irkutsk;  www.irk.ru).

 Angara

Einer Legende nach hatte der Vater Baikal 336 Söhne und nur eine Tochter - die Angara. Eines Tages verliebte sich Angara in Jenisei und verließ den Vater um mit ihrem Geliebten zusammen sein zu können. Aus Wut vor Angaras Flucht warf  Baikal einen großen Stein nach ihr. Dieser Stein ragt bei Listvjanka aus dem  Fluss und wird heute "Schamanenstein" genannt. Die Angara ist der einzige Abfluss des Baikals, der viele Zuflüsse hat, die in der Sage durch die Söhne dargestellt werden. Sie hat eine Länge von 1779 km und mündet in den Jenisei. Bevor die  Angara den Baikal verlässt, fließt sie aber erst durch ihn hindurch. Sie entspringt  300 km nördlich der Nordspitze als Große Angara und mündet in den Baikal. Im  Süden der Westseite verlässt sie zwischen den Orten Listvjanka und Baikal den See zusammen mit dem Wasser der Selenga, die am Ostufer in den See mündet. Noch  vor Irkutsk wird der Fluss bis in die Stadt hinein aufgestaut. Hier befindet  sich das erste Wasserkraftwerk von einer Abfolge vieler Stauseen entlang des Flusses. Weitere große Kraftwerke liegen bei Angarsk und Bratsk. Der Staudamm  am Bratsker Stausee gehört zu den größten der Welt. Das Bratsker Kraftwerk liefert  durchschnittlich 7,1 Milliarden KW/h an jährliche Leistung. Auf Luftaufnahmen  ist der aufgestaute See deutlich zu erkennen. Das erste Kraftwerk wurde in Irkutsk im Jahr 1956 in Betrieb genommen. Hierbei wurde die Strecke des ehemaligen Abschnittes der Transsibirischen Eisenbahn überflutet. Der Ausbau der Angara-Kaskade sollte  die Energieversorgung für den geplanten Ausbau der Industrie in dieser Region  sichern. Im Zuge dieser Kraftwerke wurde die energieintensive Aluminium- und Papierindustrie in der Baikalregion angesiedelt. Die ökologischen Folgen waren eine Wasserspiegelerhöhung des Baikals um ca 50cm und Auenüberschwemmungen, die Laichplätze für Fische zerstörte.

Angara-Stausee bei Irkutsk

 

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