Der Baikalsee

Der Baikalsee befindet sich in Ostsibirien, inmitten des asiatischen Kontinentes,  und hat die geographischen Eckpunkte von 51° 27,5´ und 55° 46,2´ nördlicher Breite, sowie 103° 42,5´ und 109° 57,5´östlicher Länge. Die Länge beträgt 636  km, die Breite schwankt zwischen 27 km und 81 km. Die Küstenlinie hat eine Länge  von etwa 2000 km. Mit einer Fläche von 31500 km2 belegt der Baikal derzeit Platz  7 in der Liste der weltgrößten Binnengewässer. Der Baikal beherbergt mit 23000  km3 circa ein fünftel der nicht gefrorenen Süßwasserreserven der Erde. Die Oberfläche des Baikal liegt 456 m über dem Meeresspiegel. Er hat eine maximal Tiefe von 1642 m und eine mittlere Tiefe von 730 m, und ist damit der tiefste See der Welt. Die Sedimenthöhe in dem See beträgt durchschnittlich bis etwa 7000 m.  Das Wassereinzugsgebiet beläuft sich auf eine Fläche von 571000 km2. Dabei gibt es 544 Zuflüsse. Diese Wassermenge verteilt sich auf 57,8 km3/a an oberirdischem Zufluss, 2,6 km3/a an unterirdischem Zufluss und 9,8 km3/a an Niederschlag.  Der größte Zufluss ist die Selenga. Trotz der vielen Zuflüsse in den Baikal,  gibt es aber nur einen Abfluss, die Angara, mit einer Wassermenge von 60,9 km3/a. Über Evaporation entweichen jährlich 9,3 km3. Der pH-Wert an der Oberfläche schwankt zwischen 7,6 und 8,6, in tieferen Schichten liegt er bei etwa 7,2.  Eine weitere Besonderheit des Baikal ist die durchgehend hohe Sauerstoffsättigung. In oberen Schichten  liegt sie bei 100-120 %, in tieferen

Schichten bei 75%. Der See ist dimiktisch  mit einer Zirkulation im Frühling und Herbst. Die Jahresdurchschnittstemperatur  des Wassers beträgt 7°C (0-50 m), unterhalb 200 m liegt sie konstant bei 3,6°C. Ein Maximum wird im August-September mit 10°C erreicht. Die mittleren Jahresniederschläge  liegen bei 300-400 mm, mit einem Maximum von 1400 mm und einem Minimum von 200  mm. Die mittlere Jahreslufttemperatur beträgt -0,6°C (-24,6°C bis +14,4°C).  Ab Mitte Januar ist der Baikal jährlich vollständig zugefroren und dient als  Verkehrsweg. Die Flora und Fauna dieser Region ist sehr vielfältig und beherbergt  viele endemische Arten. Derzeit geht man von 2600 Arten im See aus. Davon sind etwa 60% der Tierarten und 15% der Pflanzenarten endemisch. Das heißt sie kommen  nur hier am Baikal und sonst nirgends auf der Welt vor. Ein Beispiel hierfür  ist der Fisch Omul. Ein bekanntes und geschätztes Nahrungsmittel am Baikal.  Erwähnenswert ist auch die außerordentliche Leistung des Zooplanktons. Verschiedene Gammarus und Epischura-Arten sind durch ihre große Filterleistung dafür verantwortlich, dass der Baikal das sauberste Süßgewässer der Erde ist. Lokal ist jedoch bereits durch die Umweltverschmutzung eine Veränderung der Natur zu erkennen, besonders  im Bereich des Selenga-Deltas und um das Zellulosewerk im Süden in der Stadt  Baikalsk. Der Dammbau des Irkutsker Wasserkraftwerkes hatte ebenfalls große  Auswirkungen auf die Ökologie des Sees. Vor dem Bau des Staudammes schwankte der durchschnittlicher Jahreswasserstand um etwa 80 cm. Nach dem Bau des Staudamms  betrugen die durchschnittlichen Wasserschwankungen von 1956-2006 bis zu 113 cm. Zwischen 1994 und 2006 betrugen die durchschnittlichen Wasserstandsschwankungen 136 cm. Im Jahr 2001 wurde in einer Verordnung der Wasserstand auf 456 bis 457 m ü. NN ( nach dem pazifischen Pegel) für den Baikalsee festgelegt.  Seit dem betrugen die durchschnittlichen Jahresschwankungen des Wasserstanden 88 cm (max. 456,92 cm im September 2001 und min. 456,04 cm im Mai 2003, Angaben nach Staatlicher Umweltschutzbericht zur ökologischen Situation des Baikalsees  2006).

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