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Botanisch-ornithologisches Feldpraktikum am Baikalsee/Sibirien
Der Baikalsee befindet sich in Ostsibirien, inmitten des asiatischen Kontinentes in der südlichen Taigazone. Seine Länge beträgt 636 km, die Breite schwankt zwischen 27 km und 81 km. Die Küstenlinie hat eine Länge von etwa 2000 km. Mit einer Fläche von 31500 km2 belegt der Baikal derzeit Platz 7 in der Liste der weltgrößten Binnengewässer. Der Baikal beherbergt mit 23000 km3 etwa ein fünftel der nicht gefrorenen Süßwasserreserven der Erde. Die Oberfläche des Baikal liegt 456 m über dem Meeresspiegel. Er hat eine maximal Tiefe von 1642 m und eine mittlere Tiefe von 730 m, und ist damit der tiefste See der Welt.
Die Baikalregion gehört zum Florenreich der Holarktis und zur borealen Florenregion der Taiga. Die zirkumpolare boreale Region ist gekennzeichnet durch immer- bzw. sommergrüne Nadelwälder. Es handelt sich dabei um das kalt-gemäßigte Zonobiom mit langen, kalten Wintern und kurzen, kühlen Sommern. In diesem kontinentalen Klima beträgt die Vegetationsperiode nur 3-4 Monate. Die meist geschlossenen Wälder werden polarwärts immer lichter. Neben den Taigawäldern weist die Baikalregion auch kleinflächig auf trockenen Standorten Steppen auf. In Auen und Flußdeltas sind Moore anzutreffen. Diese Vielfalt an Landschaften beherbergt eine artenreiche Flora und Fauna. Aufgrund der geringen Besiedlung durch den Menschen sind hier Braunbären, Luchse, Wölfe und zahlreiche Vogelarten anzutreffen.
Während des Feldpraktikums werden wir diese Vielfalt an Flora und Fauna erkunden. Gemeinsam mit Studenten und Wissenschaftlern der Landwirtschaftlichen Akademie Irkutsk werden wir verschiedene ökologische Arbeiten durchführen. Dazu werden gehören sammeln und bestimmen von Pflanzenarten der unterschiedlichen Vegetationstypen. Beobachtung, Zählung und Kartierung von Vogelarten. Beobachtung von Säugetierarten und durchführen von Verhaltensbeobachtungen (z.B. am Ziesel). In Vorträgen der Wissenschaftler und Studenten werden die ökologischen Gegebenheiten der Region dargestellt.
Da das Gebiet außerhalb des direkten Uferbereiches des Baikal größtenteils vom Menschen unbesiedelt ist, werden wir viel zu Fuß durch wildes Gelände gehen müssen.
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